Mersault Weinprobe (Bar Rix, Sep 2025)

Meursault – ein Dorf, unendliche Facetten

Gestern durfte ich bei Valentine in der Bar Rix eine interessante Reihe Burgunder Chardonnays verkosten – aus einem einzigen kleinen Ort mit gerade einmal rund 1.500 Einwohnern. OK, nicht irgendein Ort: Meursault. Kaum zu glauben, welche Vielfalt an Stilen hier entsteht.

Die klassischen Meursaults (etwa ein gereifter 2015er von Potinet-Ampeau) zeigten, dass auch ohne berühmte Lage Tiefe und Charakter entstehen kann.

Village-Lagen wie Clos du Cromin, Les Vireuils oder Les Casse-Têtes zeigten – ganz ohne Cru Namen – jede ihre eigene Persönlichkeit (oder eher die Handschrift des Winzers?): von straff-mineralisch bis cremig und rund.

Und die Premiers Crus – Les Genevrières, Les Porusots, Les Charmes-Dessus – zeigten Kraft, Eleganz und großes Lagerpotenzial.

Die Spannweite der Jahrgänge – von jungem 2023 über die klassischen 2020/21/22 bis hin zu gereiften 2015 und 2017 – machte die Vielfalt noch greifbarer.

Von frischer Zitrusfrucht bis zu nussiger Opulenz, von kristallklarer Mineralität bis zu barocker Fülle: Meursault kann alles.

Nur bleibt dabei für mich eine Frage: Wissen wir eigentlich, wie Chardonnay wirklich schmeckt – oder sehen wir immer nur das Gesicht, das der Winzer ihm gibt?

Meursault: Ein Dorf, ein Stil? Ganz sicher nicht. Ein Dorf, tausend Gesichter – definitiv!