Land: Deutschland
Region: Baden
Rebsorte: Spätburgunder / Pinot Noir
Heute zum Top Rinderfilet mit etwas grünem Thai Spargel ein Spätburgunder von Bernhard Huber aus Malterdingen (Baden) – ein Weingut, das wie kaum ein zweites gezeigt hat, wie ernsthaft und burgundisch Pinot Noir in Deutschland sein kann. Huber steht für präzise Weinbergsarbeit, niedrige Erträge, kompromisslose Selektion und einen Stil, der häufig eher auf Finesse, Struktur und Terroir zielt als auf süße Frucht. Viele Weine haben über die Jahre eindrucksvoll bewiesen, dass Spätburgunder aus Baden reifen kann.
Aber einen “einfachen” Huber Spätburgunder der fast ein Vierteljahrhundert gereift ist, hatte ich auch noch nicht im Glas.
Im Glas transparentes Rubin mit ziegelroten Reflexen
In der Nase Kirsche, Hagebutte, Waldpilz, feine Kräuter, etwas Leder, dezente Würze.
Am Gaumen schlank bis mittelgewichtig, sehr seidig, reife Säure, feiner Gerbstoff – eher elegant als kraftvoll. Großes Kino!
Der Abgang ist trocken, komplex, leicht erdig-mineralisch – und für einen “Gutswein” überraschend lang.
Ein schöner Reminder, warum Huber bei Spätburgunder-Fans so einen guten Ruf genießt: Eleganz, Reifecharakter und Pinot-typische Erdigkeit statt plumper Süße oder Schwere. So macht auch deutscher Pinot Spaß. Und ich bin mir sicher: Wenn ich diesen Wein blind verkostet hätte, hätte ich nie erraten, wie alt er ist.
